Eröffnet wurde der Festakt mit dem Kurzfilm „Magie einer Landschaft“ von Andi Leitner, der die besondere Atmosphäre der Wachau eindrucksvoll in Bildern und Emotionen einfing. Anschließend begrüßte Prior DDr. Jakob Deibl OSB die Gäste im Namen des Stiftes Melk. In seinen Worten unterstrich er die gemeinsame Verantwortung, die Besonderheit dieser Kulturlandschaft für kommende Generationen zu bewahren. Die Wachau sei nicht nur seit 25 Jahren Welterbe, sondern vor allem das Ergebnis einer jahrhundertelangen Wechselwirkung von Mensch und Natur.
In ihrer Festrede hob Sabine Haag, Präsidentin der Österreichische UNESCO-Kommission, die Bedeutung der Welterbekonvention hervor, die wesentlich dazu beitrage, Lebensräume lebenswert zu erhalten und Einzigartigkeit vor Uniformität zu schützen. Die Wachau stehe beispielhaft für das enge Zusammenspiel von natürlicher Landschaft, historischer Siedlungsstruktur, Weinterrassen und Baudenkmälern über Jahrhunderte hinweg.
Bgm. Dr. Andreas Nunzer, MA, Obmann der Welterbegemeinden Wachau, richtete den Blick in seiner Ansprache zuversichtlich auf die kommenden Jahrzehnte und verwies auf die drei Leitlinien des Managementplans: „Schützen durch Nützen – Erhalten und Pflegen – Werte schätzen lernen“.
Über Alltag und Visionen in der Arbeit mit und in UNESCO-Welterbestätten diskutierten in einer Gesprächsrunde Mag. Ruth Pröckl (Leiterin des Referats für UNESCO-Welterbe, Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport), Ingeborg Hödl, MA (Site-Managerin Welterbe Wachau) sowie Mag. Martin Grüneis (Abteilungsleiter-Stellvertreter, Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Kunst und Kultur). Das gemeinsame Verständnis für den außergewöhnlichen Wert des Welterbes und dessen Bewusstseinsbildung wurden als zentrale Aufgaben ihrer Tätigkeit hervorgehoben.
In der zweiten Gesprächsrunde standen Vermittlung und Weitergabe des Welterbegedankens im Mittelpunkt. Moderatorin Marlies Lungenschmid begrüßte Rainer Vogler (Weinbauschule Krems / Verein Landimpulse), Christine Emberger (Emberger Tours, Austria Guide) und Mag. Doris Sommer (UNESCO-Schulreferentin, Stiftsgymnasium Melk) auf der Bühne. Sie berichteten über ihre Erfahrungen im Projekt „Welterbe goes School“ bei der Vermittlung der vielfältigen Aspekte der Wachau – von Baukultur und Naturschutz über Trockenrasen und Trockensteinmauern bis hin zu Naturwäldern.
Unter dem Programmpunkt „Auszeichnung und Auftrag“ sprach schließlich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner über die Bedeutung des Welterbestatus für Niederösterreich. Sie bezeichnete die Wachau als „Perle Niederösterreichs“, in der Geschichte, Kultur, Tradition und Genuss in einzigartiger Weise ineinandergreifen. Der Welterbetitel sei Anerkennung und Verpflichtung zugleich, „Natur und Kultur zu bewahren und gleichzeitig innovative und nachhaltige Ideen umzusetzen“, betonte die Landeshauptfrau im Gespräch mit Moderatorin Marlies Lungenschmid.
Der Festakt machte deutlich, dass der Welterbestatus für die Wachau zugleich Anerkennung und Verpflichtung ist. Die Region versteht diese Auszeichnung als Auftrag, die Kulturlandschaft zu bewahren und eine qualitätsvolle, nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen.
Musikalisch und kulturell umrahmt wurde der Festakt von der Volkstanzgruppe Melk (unter der Leitung von Eva Kiss), den Wachauer Goldhauben Medelike (mit ihrer Obfrau Astrid Weixlbaum) sowie dem Arnsdorfer Blech, die dem Jubiläum einen besonders festlichen und regional verwurzelten Rahmen gaben.



