Naturkalender Wachau

Jänner

Im Winter ist es noch ruhig in der Wachau. Nur immergrüne Pflanzen wie der Efeu und Moose sind gut sichtbar. Auch unterschiedliche Arten von Flechten fallen in dieser Zeit auf. Flechten sind faszinierende Lebensgemeinschaften aus Pilzen und Bakterien, die in unterschiedlichen Kombinationen nicht nur grün, sondern auch gelb und rot in Erscheinung treten. Einige dieser Flechtenarten finden sich auch auf den Trockenrasen.

Februar

Der Dirndlstrauch (Kornelkirsche) kündigt mit intensiv gelben Blüten vor dem Laubaustrieb den Frühling an. Auf Trockenrasen-Südhängen können ab der zweiten Monatshälfte erste Kuhschellen blühen. Auch der Mandelbaum blüht ab Ende Februar im zarten Rosa, meist genau zwei Wochen vor der Marillenblüte in der Wachau.

März

Erste Frühblüher wie Große Kuhschelle, Schlüsselblumen und Traubenhyazinthen erscheinen. Die Smaragdeidechse kann auch schon beobachtet werden.

April

Ein Farbenmeer: Felsen-Steinkraut in gelb, das kleine Knabenkraut in lila, Kugelblume in blau, Fahnentragant in lila und Salmonssiegel in weiß. Im naturnahen Hangwald blühen weiß die Wildkirschen. Auch die Knospen von wildem Spargel wachsen auf den Trockenrasen. Wiedehopf und Heidelerche kommen zurück aus dem Winterquartier.

Mai

Orchideen wie das Brand- und Helm-Knabenkraut stehen in voller Blüte. Federgras wiegt im Wind, Schmetterlinge und Eidechsen sind aktiv. Der bunte Bienenfresser ist aus Afrika zurück und fällt mit seinen unverkennbaren Rufen auf.

Juni

Die seltenen Pflanzen Türkenbundlilie, Händelwurzorchidee, Adria-Riemenzungenorchidee und die blaue Teufelskralle finden sich vereinzelt auf den Halbtrockenrasen. Überall deutlich sichtbar ist die Pracht-Königskerze, deren Blütenstände wie Flammen an Wegrändern und Trockenrasen in die Höhe ragen. Der Osterluzeifalter tanzt um seine Wirtspflanze, denn es ist Schmetterlingshochsaison! Auch die vom Welterbe Wachau angestellten Brillenschafe weiden nun auf den Trockenrasen um diese zu pflegen und zu erhalten. Unsere vierbeinigen Mitarbeiterinnen sorgen dafür, dass die Trockenrasenflächen auch weiterhin offenbleiben und nicht verbuschen. Denn sonst würde der Lebensraum vieler seltener Pflanzen- und Tierarten verloren gehen.

Juli

Durch die Flockenblumen leuchten die Wiesen in violett. Fledermäuse flattern durch den Nachthimmel. Die Brillenschafe können zum Beispiel auf den Dürnsteiner Trockenrasen am Kuhberg und Kellerberg, oder am Setzberg bei Spitz beobachtet werden. Wachau-Volunteers arbeiten auf kleineren Trockenrasen in Rossatz, Spitz und St. Michael.

August

Graslilie und Flockenblume prägen die Landschaft. Die Brillenschafe grasen noch auf Trockenrasenflächen. Herbstastern beginnen zu blühen. Zugvögel wie Wiedehopf und Bienenfresser verlassen die Wachau. Der Sommer klingt bunt aus.

September

Die Karthäuser-Nelke, Herbstastern und Silberdisteln setzen letzte Farbtupfer. Flockenblumen blühen bis in den Herbst. In den Weinrieden der Wachau startet die Weinlese.

Oktober

Wenn in der Wachau im Oktober die Farben verblassen, bleiben Schlehe, Hagebutte und Weißdorn sowie die Blätter des Weins als letzte Farbtupfer im Landschaftsbild.

November

Moose und Flechten werden wieder sichtbar, die Laubbäume sind kahl, der Herbst klingt leise aus.

Dezember

Ruhe kehrt ein in der Wachau.

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